Verleihung der Otto‑Hahn-Friedensmedaille


Eine Onlinedokumention zur Verleihung der Otto Hahn Friedensmedaille am 25.05.2017.

Nachwort zur Verleihung an Melinda Gates

Der Philanthropin und Mitgründerin der Bill & Melinda Gates-Stiftung Melinda Gates wurde am Donnerstag, den 25. Mai im Namen des Landes Berlin die Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold verliehen. Melinda Gates wurde damit für ihr herausragendes Engagement für globale Gesundheit, Bildung und Entwicklung geehrt.

Der Landesverband Berlin-Brandenburg der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen vergibt die Auszeichnung alle zwei Jahre in Gedenken an das friedenspolitische und humanitäre Engagement des Chemikers und Nobelpreisträgers Otto Hahn. Geehrt werden seit 1988 Menschen, die sich für Frieden, Humanität und Völkerverständigung engagiert haben.

viele Besucherüber 300 Gäste fanden sich im Großen Saal des Berliner Rathauses ein

Die diesjährige Medaillenverleihung fand mit über 300 geladenen Gästen im Großen Saal des Berliner Rathauses statt. Sowohl Michael Müller, der Regierende Bürgermeister von Berlin, als auch Dr. Lutz-Peter Gollnisch, der Vorsitzende des DGVN-Landesverbandes, betonten in ihren Eröffnungsreden noch einmal Melinda Gates´ herausragende Verdienste beim Kampf gegen extreme Armut und für eine bessere Gesundheitsversorgung. Dietrich Hahn, der Enkel Otto Hahns und Stifter der Medaille, zählte die Gemeinsamkeiten von Melinda Gates und Otto Hahn auf und verkündete, dass ihr Handeln ganz im Sinne eines humanitären Handeln ist, wie es sich Otto Hahn vorgestellt und gewünscht hätte.

Nach einer Laudatio von der damaligen Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig erhielt Melinda Gates die Medaille aus den Händen des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller. In Ihrer Festrede betonte Melinda Gates die große Bedeutung, die Frauen auf dem Weg hin zu einer besseren und gerechteren Welt, zukommt, weshalb sie sich auch weiterhin für eine Stärkung der Rechte und Stellung von Frauen weltweit einsetzen will.

viele BesucherManuela Schwesig, Dr. Lutz-Peter Gollnisch, Melinda Gates, Michael Müller und Dietrich Hahn (v.l.n.r.)

Bei einem anschließenden Empfang auf Einladung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin klang die 15. Verleihung der Otto-Hahn-Friedensmedaille aus. Wir freuen uns über diesen würdigen und festlichen Abend im Berliner Rathaus.

Für die musikalische Untermalung sorgten „Zwischen Cello und Klavier“ mit Christopher Herrmann (Violoncello) Professor Christopher Miltenberger (Flügel).

Zwischen Cello und Klavier das Duo "Zwischen Cello und Klavier" sorgte für gute Unterhaltung


Otto-Hahn-Friedensmedaille

Die Otto-Hahn-Friedensmedaille wurde zum Gedenken an das friedenspolitische und humanitäre Engagement des Kernchemikers, Nobelpreisträgers und Ehrenbürgers des Landes und der Stadt Berlin, Professor Dr. Dr. h.c. mult. Otto Hahn, von seinem Enkel Dietrich Hahn gestiftet. Seit 1988 wird diese Auszeichnung alle zwei Jahre in Berlin jeweils am 17. Dezember verliehen, an dem Tag, an dem Otto Hahn und sein Assistent Fritz Strassmann im Jahre 1938 in Berlin Dahlem die Spaltung des Uran-Atomkerns entdeckt und radiochemisch nachgewiesen haben. „Diese Tat hat der Erforschung der Materie und des Weltalls neue Wege eröffnet, und die Verwendung der Energie der Atomkerne dem Menschen in die Hand gegeben“, ist auf der großen bronzenen Gedenktafel in Dahlem zu lesen.

Eine Fotografie der Otto-Hahn-Friedensmedaille Eine Fotografie der Otto-Hahn-Friedensmedaille

Als Ort der Verleihung wurde Berlin auch deshalb gewählt, weil Otto Hahn in dieser Stadt die längste Zeit seines privaten und beruflichen Lebens verbracht hat: von 1906-1912 am Chemischen Institut der Universität Berlin und von 1912-1944 am Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie, dem heutigen Otto-Hahn-Bau der Freien Universität in Dahlem, Thielallee 63. Unweit davon, am Otto-Hahn-Platz gelegen, steht auch sein früheres Wohnhaus, mit einem Bronzedenkmal im Vorgarten. Die obere Schrifttafel zitiert die Worte Otto Hahns aus der „Mainauer Erklärung“ von 1955: „Alle Nationen müssen zu der Entscheidung kommen, freiwillig auf die Gewalt als letztes Mittel der Politik zu verzichten. Sind sie dazu nicht bereit, so werden sie aufhören zu existieren.“ Dieser Satz, Hahns politisches Credo und pazifistisches Testament, ist auch – in englischer Sprache – auf die Rückseite der Friedensmedaille geprägt: “All nations must decide voluntarily to refrain from violence as the last means of politics. If they are not prepared to do so, they will cease to exist.” Die Otto-Hahn-Friedensmedaille erinnert damit insbesondere an Hahns friedenspolitische Aktivitäten nach dem Zweiten Weltkrieg. Entscheidender Faktor war der Abwurf der ersten Atombomben über Hiroshima und Nagasaki, ein Schlüsselerlebnis, das bei ihm zunächst große Trauer und Verzweiflung, in der Folgezeit aber ein umso energischeres Engagement gegen die atomare Aufrüstung der Großmächte auslöste. Sein ganzes weiteres Leben setzte sich Otto Hahn, auch gemeinsam mit Max Born, Linus Pauling, Bertrand Russell, Albert Schweitzer und anderen im In- und Ausland, vehement gegen die militärische Nutzung der Kernenergie ein. Modelle einer Weltregierung wurden dabei ebenso diskutiert wie die Schaffung von Kontrollorganen unter der Obhut der Vereinte Nationen. Schließlich mündete der Kampf gegen die Atomwaffen zumindest in langfristig angelegten Bestrebungen um Rüstungskontrolle und allgemeiner Abrüstung. Die Vereinten Nationen und die Weltöffentlichkeit, aber auch die vielen für Frieden und Menschenrechte eingetretenen Nicht-Regierungsorganisationen, zu denen auch die DGVN zu zählen ist, wurden zu den Trägern der internationalen Bemühungen.

Die Erfahrungen Hahns, dass das Scheitern von Politik im sanktionierten Massenmord endet, hat ihn in seinen letzten Lebensjahrzehnten zu einem überzeugten Pazifisten werden lassen, zu einem Vorkämpfer für eine humane Entwicklung und ein friedvolles Zusammenleben der Staaten und Völker der Welt. Otto Hahn hat seinen Ruhm und weltweites Ansehen stets dazu genutzt, um gegen Gewalt, Hass, Rassismus und soziale Missstände zu votieren. Er hatte dafür nur die Waffe seiner Menschlichkeit und in humanitären Überzeugungen wurzelnden Ethik, aber diese waren – wohl auch aufgrund „Hahns einzigartiger moralischer Integrität“, wie es einmal Abba Eban, der frühere israelische Außenminister, formulierte – stark genug, um die Politik der jungen Bundesrepublik Deutschland zu beeinflussen. Damit wird aber auch die Gemeinsamkeit der bisherigen Preisträger deutlich: Eine humanitäre Grundhaltung, die von einer moralisch bestimmten Verhaltensweise geprägt ist. Die Überzeugung, dass durch ihr Handeln Veränderungen und Lösungen möglich sind, verbindet alle Preisträger, – auch wenn dies bedeutet, dass oft nur kleine Schritte möglich sind zu dem Ziel einer humanitären Weltgesellschaft.

Portrait Melinda Gates

Melinda Gates

125 Euro in der Sekunde investiert Melinda Gates gemeinsam mit ihrem Mann Bill im Kampf gegen Hunger, Armut und Not.
(SZ Magazin 37/2015)
Am 25. Mai verleiht der Landesverband Berlin-Brandenburg der DGVN die Otto-Hahn Friedensmedaille in Gold an Melinda Gates für ihr herausragendes Engagement um den Kampf gegen extreme Armut und für eine bessere Gesundheitsversorgung, besonders in Entwicklungsländern. Aber wer genau ist eigentlich Melinda Gates und in welchem Zusammenhang steht sie mit den Vereinten Nationen und deren Zielen?

Als Melinda Ann French am 15. August 1964 in Dallas, Texas, geboren, wächst Melinda mit drei Geschwistern, einer Schwester und zwei jüngeren Brüdern, auf. Zuhause kümmert sich Mutter Elaine French um die Kinder, während Vater Raymond Joseph French als Raumfahrtingenieur tätig ist. Sie besucht die St. Monica Catholic School, wo man schon früh ihre Begabung für Mathematik und ihre Leidenschaft für Computer bemerkt. Als Jahrgangsbeste gelingt es ihr einen Studienplatz an der renommierten Duke University zu ergattern. Sie schreibt sich für Wirtschaft und Informatik ein und schließt 1986 mit einem Bachelor-Abschluss ab. Im darauffolgenden Jahr fängt sie als Produktmanagerin bei Microsoft an. Hier lernt sie auch dessen Gründer, Bill Gates, kennen, welcher dann 1994 auch ihr Ehemann werden sollte. Im Lauf der Jahre arbeitet sie sich bis zur General Managerin für Information Products hoch, steigt dann aber mit der Geburt ihrer ersten Tochter 1999 aus.

Die erste Idee zur Gründung einer Stiftung kommt Bill und Melinda bei einer gemeinsamen Reise in den Kongo 1993. Kurze Zeit später gründen sie dann zusammen mit Bills Vater die William H. Gates Foundation, welche dann 1999 mit der Gates Learning Foundation zusammengefü̈hrt und in Bill & Melinda Gates Foundation ungenannt wird. Am Anfang noch ausgelegt auf die Versorgung von Bibliotheken mit Computern und Windows Produkten zuerst in den USA und dann auch weltweit, ändert Melinda jedoch im Laufe der Zeit den Stiftungsfokus hin zu globalen Gesundheits- und Entwicklungsthemen. Den Grundstein für die heutige Größe und Reichweite der Stiftung legt 2006 eine Schenkung Warren Buffets im Wert von 30 Milliarden Dollar. Eine Restrukturierung der Stiftung in die drei Schwerpunkte Globale Gesundheit, Globale Entwicklung und Arbeit/Bildung in den USA folgt. Mit Warren Buffet zusammen gründen Bill und Melinda auch die Initiative „Giving Pledge“, welche weltweit vermögende Individuen dazu animieren will, einen Großteil ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Bis heute haben sich auch schon 139 Milliardäre und Millionäre dieser Initiative angeschlossen.

Nach seinem Ausstieg bei Microsoft steigt auch Bill in die Arbeit der Stiftung mit ein und teilt sich seit 2008 die Führung der Stiftung mit Melinda. Die Stiftung wird einer der Hauptsponsoren der globalen Allianz für Impfstoffe (Gavi), welche Impfprogramme für Kinder in Entwicklungsländern, sowie die Entwicklung neuer Impfstoffe, wie zum Beispiel im Moment gegen Malaria, unterstützt. Dass die Kindersterblichkeit und die Zahl der Malariaopfer seit 1950 um die Hälfte zurückgegangen ist, kann somit auch zu einem Großteil den Bemühungen der Gates Foundation zugeschrieben werden. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, bei der Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele beziehungsweise den 2015 von der UN-Generalversammlung verabschiedeten Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs), auf unter anderem den Gebieten der Armuts- und Hungerbekämpfung, entscheidend mitzuwirken. Auch will sie sich in den nächsten Jahren verstärkt auf Mädchen und Frauen konzentrieren. So sollen zum Beispiel 80 Millionen Dollar investiert werden, um Gender-Datenlücken zu schließen und damit im Sinne des 5.SDG Gender Equality realisierbar zu machen.

Mit einem Stiftungsvermögen von rund 40 Milliarden Dollar ist die Bill & Melinda Gates Foundation die vermögendste Privatstiftung der Welt. Sie beschäftigt ca. 1400 Mitarbeiter, unterstützt Projekte zur Armuts- und Hungerbekämpfung, Landwirtschaft und Gesundheit in mehr als 100 Ländern und vergibt dafür jährlich Fördermittel von rund vier Milliarden Euro.

Dies hat Bill und Melinda auch zahlreiche Auszeichnungen eingetragen - 2005 wählte sie das Time Magazine zusammen mit Bono zu den Menschen des Jahres und 2016 bekamen sie von Barack Obama die Presidential Medal of Freedom überreicht. Jedoch steht die Stiftung auch unter Kritik. So stellt die Gates Foundation 14 Prozent des Budgets der WHO, welche aufgrund zu geringen Einzahlungen ihrer Mitglieder chronisch unterfinanziert ist. Dies verschafft der Gates Stiftung weitreichende Möglichkeiten zur Einflussnahme, was die Ausrichtung der WHO-Programme betrifft. Schon jetzt fokussiert sich die WHO sehr auf Impfungen, was auch das von der Gates Foundation bevorzugte Mittel zur Gesundheitsvorsorge darstellt. Dies ist unbestritten ein effektives Mittel, doch ist für einen langfristigen und nachhaltigen Erfolg der Aufbau stabiler Systeme zur Gesundheitsversorgung, inklusive Ernährung und sauberem Trinkwasser, von großer Bedeutung. Es scheint jedoch, dass die WHO daran im Moment weniger interessiert ist. Was Melinda Gates dazu und anderen Themen sagt, kann bei einer Q&A-Sitzung im Rahmen der Preisverleihung am 25. Mai erfahren werden.

Fragen an Melinda Gates hierfür nehmen wir gerne unter info@dgvn.berlin entgegen.


Redner

Michael Mueller Michael Müller / Foto Stephanie von Becker

Rede

des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, zur Verleihung der Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold an Melinda Gates am 25. Mai 2017 im Berliner Rathaus.

Exzellenzen,
sehr geehrter Herr Dr. Gollnisch,
Damen und Herren Abgeordnete,
sehr geehrte Frau Bundesministerin, liebe Manuela Schwesig,
sehr geehrter Herr Hahn,
meine Damen und Herren,

ich begrüße Sie alle sehr herzlich zur Verleihung der Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold. Mein besonderer Gruß gilt der Preisträgerin Melinda Gates. Sehr geehrte Frau Gates, herzlich willkommen in Berlin!

Und ich freue mich sehr, dass die Preisverleihung hier im Roten Rathaus stattfindet. Die Otto-Hahn-Friedensmedaille ist eine bedeutende Auszeichnung. Und es ist unser Wunsch, gerade auch jetzt in diesen unruhigen Zeiten mit der Verleihung dieser Medaille aus der Stadt Berlin heraus ein deutliches und sichtbares Zeichen zu setzen – für eine Überwindung von sozialer Spaltung, für eine Stärkung des solidarischen Zusammenhaltes, für Verständigung und Frieden in der Welt.

Auf den ersten Blick können die Unterschiede zum Namensgeber der Auszeichnung kaum größer sein: Hier eine Frau, die im weltumspannenden Technologiekonzern Microsoft eine sehr bemerkenswerte Karriere machte, bevor sie mit ihrem Mann die „Bill & Melinda Gates-Foundation“, die mit Abstand größte Privatstiftung der Welt, ins Leben gerufen hat.

Dort der Chemiker Otto Hahn, der in sehr bewegten Zeiten zwischen Kaiserreich und Nazidiktatur in Berlin Entdeckungen machte, die die Welt veränderten.

Und doch gibt es einen gemeinsamen Nenner: Beide Persönlichkeiten – Otto Hahn wie Melinda Gates – haben in beispielhafter Weise Verantwortung übernommen für eine Welt, die sie nicht nur als Markt oder Experimentierfeld für Produkte und Innovationen verstehen. Sondern in der sie ihre herausragende materielle und geistige Kompetenz dazu einsetzen, globale Verantwortung zu übernehmen.

Das ist nicht selbstverständlich, sondern immer auch eine Gewissensfrage. Bei Otto Hahn hat sie sich in besonders dramatischer Weise gestellt. Am 17. Dezember 1938 entdeckte er in Berlin die Kernspaltung. Es war die Zeit des Nationalsozialismus, die Kriegsvorbereitungen waren in vollem Gange. Wenige Wochen zuvor hatten die Nazis während der Novemberpogrome gezeigt, welches Schicksal sie den Juden zugedacht hatten.

Otto Hahn ließ sich nicht durch Macht und Ideologie des Nationalsozialismus korrumpieren. Er trat offen und entschieden für verfolgte jüdische Forscherkolleginnen und –kollegen wie Lise Meitner, Fritz Haber oder James Franck ein. Aus Protest gegen die Verfolgungen trat er aus dem Lehrkörper der Berliner Universität aus. Sein persönlicher Mut und sein Verantwortungsbewusstsein in der Nazi-Zeit sind bis heute vorbildlich.

Seit den Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki zählte Otto Hahn zu den schärfsten Kritikern der atomaren Aufrüstung.

Sein Beispiel zeigt, dass fachliche Exzellenz und persönliche Integrität zwingend zusammengehören. Lise Meitner, Otto Hahns kongeniale Forschungskollegin, hat es so ausgedrückt: Ich zitiere:

„Das ist in meinen Augen gerade der große moralische Wert der naturwissenschaftlichen Ausbildung, dass wir lernen müssen, Ehrfurcht vor der Wahrheit zu haben, gleichgültig, ob sie mit unseren Wünschen oder vorgefassten Meinungen übereinstimmt oder nicht.“

Dieser Satz, auf Otto Hahn gemünzt, hallt heute besonders nach, da Fake News und Social Bots unsere Demokratie bedrohen. Otto Hahn hat vorgelebt, dass die „Ehrfurcht vor der Wahrheit“ ebenso mutiges wie verantwortungsvolles Handeln erfordert. Dass ein solches Engagement auf Frieden und Verständigung in der Welt gerichtet sein muss, ist eine Botschaft von ungebrochener Aktualität. Denn immer noch scheint die Gefahr atomarer Auseinandersetzungen nicht gebannt – jüngstes Beispiel ist die Debatte, wie man der atomaren Aufrüstung Nordkoreas begegnen solle.

Dass dies gerade in Zeiten geschieht, da die Vereinten Nationen in einer Krise stecken, macht die Lage nicht eben einfacher. Denn die Vereinten Nationen stehen wie keine andere übernationale Organisation für die Sicherung des Weltfriedens, die Einhaltung des Völkerrechts, den Schutz der Menschenrechte und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit. Ihre Schwächung kann nicht im Interesse des Weltfriedens und der Freiheit liegen.

Umso wichtiger ist es, dass sich eine Organisation wie die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen für den Auftrag der UN einsetzt und die weltumspannende Idee der Völkerverständigung, der Menschenrechte und des Weltfriedens in unsere Gesellschaft hineinträgt. Das geschieht durch zahlreiche Aktivitäten. Besonders verdienstvoll ist die Arbeit mit der jungen Generation, mit Berliner und Brandenburger Schülerinnen und Schülern, denen die Arbeit der Vereinten Nationen kompetent nahegebracht wird.

Auch die Verleihung der Otto-Hahn-Friedensmedaille zum Gedenken an das friedenspolitische und humanitäre Engagement des Nobelpreisträgers und Berliner Ehrenbürgers setzt ein deutliches Signal für die Stärkung von Frieden und globaler Verantwortung.

Ich danke dem Stifter Dietrich Hahn, dessen Großvater Otto Hahn war, sehr herzlich dafür, dass er 1988 diese Ehrung für Berlin gestiftet hat. Damals lag Otto Hahns epochale Entdeckung 50 Jahre zurück. Und die Menschen in der geteilten Stadt sahen sich immer wieder durch die Ost-West-Konfrontation bedroht. Mit der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung Berlins wurde auch das auf Frieden und Völkerverständigung beruhende Vermächtnis Otto Hahns erfüllt. Die Verleihung der Otto-Hahn-Friedensmedaille in und von Berlin aus erinnert auch daran, dass Frieden und Verständigung möglich sind, wenn sich Menschen dafür tatkräftig engagieren.

Ein sehr herzlicher Dank auch an Herrn Dr. Gollnisch und an seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Es ist wichtig, dass Sie mit der Verleihung der Otto-Hahn-Medaille Menschen für ihren Einsatz für Frieden und Verständigung auszeichnen. Und dass damit von Berlin eine Ermutigung an die Naturwissenschaften, aber auch an alle anderen Berufsgruppen ausgeht, sich persönlich der gesellschaftlichen Verantwortung zu stellen und das eigene Tun immer wieder im Lichte von Menschenrechten, Demokratie und Rechtstaatlichkeit zu reflektieren.

Heute ehren wir die Mitgründerin der Bill & Melinda Gates-Stiftung und Philanthropin Melinda Gates für ihren Kampf gegen die Armut und für eine bessere Gesundheitsversorgung, vor allem in Entwicklungsländern. Darüber hinaus, sehr geehrte Frau Gates, haben Sie sich in herausragender Weise für die Stärkung der Rechte von Frauen und Mädchen eingesetzt.

Das ist eine Haltung, die größten Respekt verdient.

Ich gratuliere Ihnen, sehr geehrte Frau Gates, sehr herzlich zur Otto-Hahn-Friedensmedaille.

Dr. Lutz-Peter Gollnisch Dr. Lutz-Peter Gollnisch / Foto Stephanie von Becker

Verehrte Frau Gates,
Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister Müller,
verehrte Frau Ministerin Schwesig,
lieber Dietrich Hahn,
Exzellenzen,
liebe Mitglieder unseres Landesverbandes,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich darf Sie heute – auch im Namen des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Landesverband Berlin-Brandenburg e.V.,
hier im Festsaal des Roten Rathauses ganz herzlich begrüßen.
Ich freue mich sehr, dass wir heute so zahlreich zusammengekommen sind, um zu feiern, dass die Otto-Hahn-Friedensmedaille zum fünfzehnten Mal verliehen wird und um eine Frau zu ehren, die sich durch ihre unermüdliche Arbeit in besonderer Weise verdient gemacht hat: Frau Melinda Gates.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
diese goldene Friedensmedaille wird an Personen vergeben, die sich in besonderer Weise um Frieden und Völkerverständigung verdient gemacht haben. In der Vergangenheit wurden Menschen mit so unterschiedlichen Persönlichkeiten, Hintergründen und Geschichten wie beispielsweise Daniel Barenboim, Hans Küng, Muhammad Ali, Mary Robinson, Miriam Makeba und Michail Gorbatschow geehrt. Allen diesen Preisträgern – einschließlich Frau Gates – eint, dass sie sich neben und mit ihrem Schaffen dem festen Willen zum Frieden verschrieben haben.

Prof. Dr. Otto Hahn – Kernchemiker, Namensgeber unserer Medaille und Ehrenbürger von Berlin – führte im Jahre 1938 zusammen mit seinem Assistenten Fritz Strassmann ein Experiment durch, welches zur Entdeckung der Kernspaltung führte. Spätestens nach dem Abwurf der ersten Atombomben über Hiroshima und Nagasaki wurden ihm die verheerenden und katastrophalen Folgen dieser atomaren Waffen bewusst.
Infolgedessen zeigte Otto Hahn herausragendes und konsequentes Engagement gegen die militärische Nutzung der Kernenergie sowie gegen die atomare Aufrüstung der Großmächte. In der 1955 erschienenen „Mainauer Deklaration“, die er mitinitiierte, heißt es:

Alle Nationen müssen zu der Entscheidung kommen, freiwillig auf Gewalt zu verzichten. Sind sie dazu nicht bereit, so werden sie aufhören zu existieren.

Dieser Satz – Ausdruck von Hahns humanitärem Vermächtnis –ziert die Rückseite der Otto-Hahn-Friedensmedaille, die wir heute Ihnen, sehr geehrte Frau Gates, aufgrund Ihrer außergewöhnlichen Verdienste verleihen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, Frau Gates ist nicht nur eine sehr erfolgreiche Geschäftsfrau – sie setzt sich seit langer Zeit selbst mit humanitären Werten auseinander und ist bemüht, ihren Teil zur Verbesserung der Umstände vieler Menschen beizutragen. Mit der seit 1999 bestehenden Bill & Melinda Gates Stiftung leistet Frau Gates herausragende Arbeit, die Millionen von Menschen zugutekommt. Die Stiftung unterstützt Projekte zur Armuts - und Hungerbekämpfung, Landwirtschaft und Gesundheit in mehr als 100 Ländern und vergibt dafür jährlich Fördermittel von rund vier Milliarden Euro. Am Anfang noch ausgelegt auf die Versorgung von Bibliotheken mit Computern und Windows Produkten zuerst in den USA und dann auch weltweit, ändert Melinda jedoch im Laufe der Zeit den Stiftungsfokus hin zu globalen Gesundheits - und Entwicklungsthemen. Eine Restrukturierung der Stiftung in die drei Schwerpunkte Globale Gesundheit, Globale Entwicklung und Arbeit/Bildung in den USA legt den Grundstein für das heutige Wirken der Stiftung. Mit Warren Buffet zusammen gründeten Bill und Melinda auch die Initiative „Giving Pledge“, welche weltweit vermögende Individuen dazu animieren will, einen Großteil ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Bis heute haben sich auch schon 139 Milliardäre und Millionäre dieser Initiative angeschlossen.
Die Bill & Melinda Gates Stiftung investiert in Impfstoffe, mit denen Infektionskrankheiten, wie beispielsweise HIV, Polio und Malaria verhindern werden können. Dass die Kindersterblichkeit und die Zahl der Malariaopfer seit 1950 um die Hälfte zurückgegangen sind, kann somit auch zu einem Großteil den Bemühungen der Gates Foundation zugeschrieben werden. In den nächsten Jahren möchte sich Frau Gates verstärkt auf Mädchen und Frauen konzentrieren. So sollen zum Beispiel 80 Millionen Dollar investiert werden, um Gender-Datenlücken zu schließen und damit im Sinne des 5.SDGs, namentlich Gender Equality, realisierbar zu machen.

Verehrte Frau Gates,
Die Charta der VN legt in ihrem 1. Artikel fest: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Dieser Satz scheint auch ein Leitsatz Ihres Wirkens zu sein. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, bei der Verwirklichung der Millenniums - Entwicklungsziele beziehungsweise den 2015 von der UN-Generalversammlung verabschiedeten Zielen für nachhaltige Entwicklung, auf unter anderem den Gebieten der Armuts- und Hungerbekämpfung, entscheidend mitzuwirken.
(nun nicht mehr Frau Gates ansprechend, sondern zum Publikum) Mit großer Leidenschaft und Hingabe gibt Frau Gates Anstöße zur Geschlechtergleichheit, indem sie gegen Mütter- und Kindersterblichkeit kämpft und damit langfristig in die nachhaltige globale Entwicklung investiert. Denn, wenn man an die Ursache von wirtschaftlicher Unterentwicklung gelangt, kann es gelingen, eine Zukunft aufzubauen, in der gesunde und ausgebildete Menschen ihr Schicksal in die Hand nehmen und für ihre Familien, Gemeinschaften und Länder ein Leben in Sicherheit und Wohlstand schaffen können.

Verehrte Damen und Herren,
Wir möchten am heutigen Abend eine Frau auszeichnen, die ein herausragendes Engagement um den Kampf gegen extreme Armut und für eine bessere Gesundheitsversorgung, besonders in Entwicklungsländern, an den Tag legt. Darüber hinaus zeigt Frau Gates standhaft und unermüdlich, wie wichtig die Stärkung der Rechte von Frauen und Kindern ist. Die Arbeit von Frau Gates findet Anerkennung nicht nur bei uns, sondern auch bei hohen Repräsentanten einzelner Staaten. Ich darf Ihnen daher heute auch ein Grußwort von Frau Dr. Angela Merkel, der deutschen Bundeskanzlerin, verlesen. Sie schreibt:

Ein renommierter Preis wie die Otto-Hahn-Friedensmedaille ist mehr als eine Ehrung verdienter Persönlichkeiten. Die Verleihung lenkt in besonderer Weise auch den Blick der Öffentlichkeit auf das jeweilige Wirkungsfeld. Dies lohnt sich im Fall von Melinda Gates allemal. Denn mit der ihr eigenen Tatkraft widmet sich Melinda Gates breitgefächerten Themenfeldern: von globaler Gesundheit über nachhaltige Landwirtschaft und Mikrofinanzierung bis hin zur Stärkung der Rechte von Mädchen und Frauen. Und das sind nur einige Beispiele ihres Engagements, das für die Vielfalt der Herausforderungen unserer Zeit steht. Der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. in Berlin-Brandenburg kann ich zur hervorragenden Wahl der diesjährigen Preisträgerin nur gratulieren. Ich beglückwünsche Melinda Gates zu der Auszeichnung, die sie mehr als verdient.
Melinda Gates ist bemerkenswert erfolgreich in ihrem Einsatz für viele benachteiligte Menschen, um ihnen neue Lebensperspektiven zu eröffnen. Dafür erfährt sie zu Recht weithin Dankbarkeit und hohen Respekt. Der Wertschätzung, die sie genieß t, schließe ich mich an. Gern erinnere ich mich an unsere Begegnungen, bei denen ich sie als Mensch mit viel Empathie und Zielstrebigkeit erlebt habe. Ich wünsche Melinda Gates für ihr Engagement von Herzen auch weiterhin großen Erfolg. Gezeichnet: Dr. Angela Merkel

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
diesen Grußworten kann ich mich nur anschließen. Auch ich freue mich über den würdigen und festlichen Rahmen der heutigen Veranstaltung. Ich möchte hier betonen, dass diese Festlichkeit allerdings besonders von der Unterstützung vieler Menschen im Hintergrund abhängig ist. Daher möchte ich die Gelegenheit nutzen, meinen Dank an all die fleißigen Helferinnen und Helfer, die zu großen Teilen ehrenamtlich tätig sind, auszusprechen. Dies gilt auch für die großartige Unterstützung durch die Berliner Senatskanzlei, die auch in diesem Jahr wieder die Preisverleihung durch ihre Zusammenarbeit ermöglicht hat.
Darüber hinaus möchte ich mich bei der Feuersozietät Berlin-Brandenburg Versicherung AG sowie all den Personen, bei der Umsetzung dieses Abends zur Verfügung standen, bedanken.

Lieber Dietrich Hahn, nun überreiche ich dir sehr gern das Wort.

Dietrich Hahn Dietrich Hahn / Foto Stephanie von Becker

Herr Regierender Bürgermeister,
Frau Bundesministerin Schwesig,
Exzellenzen,
Mitglieder des Deutschen Bundestages und
des Berliner Parlaments,
lieber Peter Gollnisch,
Mitglieder und Freunde der DGVN,
meine sehr verehrten Damen, meine Herren,
and - last but not least - a very warm welcome to our special guest of honour - revered Dame Melinda - (please allow me to use the title you received from Her Majesty, Queen Elizabeth II.)

Am 17. Dezember 1993 - anlässlich der Verleihung unserer Otto-Hahn-Friedensmedaille an ihn - sprach der britische Philosoph Sir Karl Popper:

Der Friede ist notwendig. Er muss vielleicht noch lange erkämpft und verteidigt werden. Darauf müssen wir uns gefasst machen. Auch darauf, dass wir und die Vereinten Nationen Fehler machen werden. Aber Optimismus ist Pflicht. Die Zukunft ist offen. Sie ist nicht vorausbestimmt. Daher kann niemand sie voraussagen - ausser durch Zufall. Die Möglichkeiten, die in der Zukunft liegen, gute sowohl wie schlimme, sind unabsehbar. Wenn ich sage 'Optimismus ist Pflicht', so schliesst das nicht nur ein, dass die Zukunft offen ist, sondern auch, dass wir alle sie mitbestimmen durch das, was wir tun: Wir sind alle mitverantwortlich für das, was kommt. So ist es unser aller Pflicht, statt etwas Schlimmes vorauszusagen, uns einzusetzen für jene Dinge, die die Zukunft besser machen können.(1)

Diese Forderung Poppers, dem Kant des 20. Jahrhunderts, diesen Imperativ setzen Sie, verehrte Frau Gates, in eindrucksvoller und bewunderungswürdiger Weise in die Tat um - und das nicht erst seit gestern, sondern seit vielen Jahren. Ich denke, dass die inzwischen in der Öffentlichkeit diskutierte Frage, wer denn nun eigentlich die neue "First Lady" in den USA sei - Präsidenten-Ehefrau Melania oder Präsidenten-Tochter Ivanka - eine ganz einfache und klare Antwort erhalten kann: I think, and I'm sure, that the majority of the audience this evening will agree, that it is fair to refer to you as the real First Lady of the United States of America.
Die von Ihnen und Ihrem Ehemann geschaffene Stiftung - die Bill and Melinda Gates Foundation - kann auf eine weltweit wohl einzigartige Erfolgsgeschichte zurückblicken, eine Entwicklung, die das Leben von Millionen von Menschen, nicht nur in der Dritten Welt, sondern in allen Kontinenten verbessert und lebenswürdiger gestaltet hat. Ich möchte ein paar Beispiele erwähnen, und ich zitiere aus einer zuverlässigen Quelle: Bis zum heutigen Tage wurde von der Bill and Melinda Gates Foundation 122 Millionen Kindern das Leben gerettet. Die Impfabdeckung von Kindern in aller Welt liegt inzwischen bei einem Rekordwert von 86 Prozent, die Kinder- und Säuglingssterblichkeit fällt von Jahr zu Jahr, genauso wie die Unterernährung von Kindern. Dabei steigt die Anzahl der Frauen, die Zugang zu moderner Verhütung haben, permanent weiter an.
Diese Fakten mögen trocken erscheinen, spiegeln aber grossen Optimismus wider. Auch wenn wir in den Medien oft nichts anderes hören und sehen als Krieg, Terror und Elend: im Grossen und Ganzen geht es bergauf, und Sie und Ihr Mann Bill prophezeihen in einer hoffnungsvollen Vorhersage: "Die Zukunft wird die Pessimisten überzeugen." Wer also dazu neigt, die Welt im Jahre 2017 immer näher am Abgrund zu sehen, sollte sich ab und zu diese Worte von Bill und Melinda Gates in Erinnerung rufen.

Auch Otto Hahn, der Namensgeber unserer Medaille, blieb bis zu seinem Lebensende ein Optimist im Hinblick auf die Zukunft der Menschheit - und dies, obwohl er durch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki in seinen Grundfesten zutiefst erschüttert wurde. Er hätte sich - von den Menschen enttäuscht - zurückziehen können und alle Welt hätte das verstanden, aber er gab nicht auf und resignierte, sondern, nach der schmerzhaften Überwindung seiner Verzweiflung, widmete er sich - ganz im Sinne des Popperschen Postulats - "jenen Dingen, die die Zukunft besser machen können": in seinem Fall dem Kampf für Frieden, Abrüstung, Völkerverständigung und einer internationalen Entspannungspolitik, das heisst: der Vermeidung von Konflikten jeglicher Art. Was Sie, revered Dame Melinda, zusammen mit Ihrem Mann seit Jahrzehnten unternehmen, hätte nicht nur Otto Hahns volle Zustimmung, sondern seine ganze Bewunderung erfahren. Otto Hahn war in besonderer Weise darauf bedacht, den kommenden Generationen die Chance zu geben, ihre gemeinsame Zukunft auf diesem blauen Planeten in menschenwürdiger Weise und nach demokratischen Gesichtspunkten frei und ungezwungen gestalten zu können. Davon zeugen viele seiner Äusserungen in zahlreichen Vorträgen und Publikationen.

Und dass Sie, revered Dame Melinda, mit Ihrer Stiftung nicht nur dringend notwendige Gesundheits- und Bildungsinitiativen in zahlreichen Ländern unterstützen, sondern auch in Ihrer Heimat, den USA, dafür Sorge tragen, dass Stipendien verteilt werden und an vielen Bibliotheken und Universitäten für Studenten ein besserer Zugang zu Computern und anderen Lernmitteln geschaffen werden konnte, hätte Otto Hahn begrüsst und glücklich gemacht. In wenigen Worten: Sie fördern damit ganz entscheidend den wissenschaftlichen Nachwuchs im eigenen Land. Und denselben Aufgaben unterzog sich auch Otto Hahn mit grosser Energie nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in seiner Funktion als Gründer und erster Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.
Sie Beide haben auch noch andere respektable Gemeinsamkeiten. Lassen Sie mich drei kurz erwähnen: Sie Beide wurden zu Ehrenmitgliedern der 'American Academy of Arts and Sciences' in Cambridge, Massachusetts, ernannt, der ältesten Akademie der USA (gegründet 1780), Sie Beide erhielten in einer anderen Stadt namens Cambridge, dieses Mal England, von der dortigen Universität die Ehrendoktorwürde, und Sie Beide wurden mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet, Otto Hahn als 'Honorary Officer', Sie als 'Dame Commander' - und das erklärt auch meine Anrede. Dafür, dass wir Sie heute in diesem historischen Rathaus ehren können, danke ich sehr herzlich dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Herrn Müller, und der Berliner Senatskanzlei. Seit vielen Jahren pflegen die Repräsentanten von Berlin sehr freundliche Beziehungen mit dem Landesverband Berlin-Brandenburg der DGVN, und ich hoffe, dieses Vertrauensverhältnis wird auch in Zukunft erhalten bleiben. Frau Bundesministerin von der Leyen danke vielmals für ihre Bereitschaft heute abend die Laudatio übernommen zu haben. Die Vorbereitung, Organisation und Abwicklung dieses Festaktes lag in den Händen von Frau Madelaine Schulze, der Referentin des Vorstands. Ich möchte Madelaine explizit für Ihre zuverlässige, manchmal nervenaufreibende, aber immer geduldige Arbeit meinen aufrichtigen Dank aussprechen.

Mein letztes Wort gilt unserem Ehrengast. Die Otto-Hahn-Friedensmedaille wurde seit 1988 heute zum dritten Mal an eine weibliche Persönlichkeit verliehen. Bisher waren es Miriam Makeba, die legendäre 'Mama Africa', und Mary Robinson, die ehemalige erste Präsidentin der Republik Irland. Und ich halte es für keinen Zufall, dass auch der Vorname unserer dritten Preisträgerin mit einem " M " beginnt - und somit wunderbar in diese Tradition passt: Miriam - Mary - Melinda !!! Die drei grossen M's !
Otto Hahn hätte Sie an diesem Abend umarmt, revered Dame Melinda, als Zeichen seines Dankes, seiner Wertschätzung und seiner Bewunderung. Bevor ich jetzt wieder auf meinen Platz zurückkehre, werde ich das stellvertretend für ihn übernehmen, und ich weiss, dass das ganz in seinem Sinne wäre. Ref. (1) Zitiert aus: Karl R. Popper: Alles Leben ist Problemlösen. Über Erkenntnis, Geschichte und Politik. Piper Verlag, München 1994. S. 326.

Manuela Schwesig Manuela Schwesig / Foto Stephanie von Becker Liebe Melinda Gates,
sehr geehrter Herr Dr. Gollnisch
Botschafterinnen und Botschafter von Ägypten, Indonesien, Jamaica, Kongo, Kosovo, Kroatien, Libanon, Panama, Peru, Sambia, Singapur, Slowakei, Südsudan, Togo, Uganda, VAE
sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister, lieber Michael Müller, sehr geehrte Herren Abgeordnete,
sehr geehrte Damen und Herren, Zentrale Botschaften
  • Melinda Gates ist eine würdige Trägerin der Otto Hahn-Friedensmedaille; denn sie kämpft gegen Armut, für bessere Gesundheitsversorgung und die Rechte und Möglichkeiten von Frauen und Mädchen.
  • Wenn sich Menschen aus unterschiedlichen Ländern gemeinsam mit all ihrer Kraft und ihrem Geld für praktische, konkrete, wirksame Lösungen einsetzen, hat der Frieden auf der Welt eine Chance.

I.
Wir ehren heute eine Frau, die einmal gesagt hat:
„Was auch immer ich tue: Ich bin mit ganzem Herzen dabei.“
Melinda Gates hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Armut auf der Welt zu bekämpfen, die Gesundheit zu verbessern und dabei vor allem Mädchen und Frauen zu stärken. Das sind große Ziele. Aber das Gute an Melinda Gates ist, dass sie ihre Ziele auch erreicht. Die Bill und Melinda Gates-Stiftung, die Melinda Gates als Co-Vorsitzende mit leitet, hat seit ihrer Gründung mehr als 36 Milliarden Dollar eingesetzt. Damit Sie es sich besser vorstellen können: Das sind 100 Euro pro Sekunde! Aber natürlich wird man Melinda Gates nicht ansatzweise gerecht, wenn man über das Geld spricht, das die Stiftung investiert - so wichtig das ist. In Wirklichkeit geht es um eine großartige Frau, die mit ganzem Herzen, ihrer Kraft, ihrer Zeit, ihrer Durchsetzungskraft und ihrem Wissen dafür eintritt, die Welt besser zu machen.

Liebe Melinda Gates,
ich habe Sie vor zwei Jahren in New York bei einer Veranstaltung im Rahmen der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen erlebt. Ich war schwer beeindruckt. Ich hatte den Eindruck: Da redet eine Frau, die weiß, was sie tut, die weiß, was sie will, und weiß, wie man es erreicht. Und das alles für einen guten Zweck!

II.
Das liegt vielleicht auch ein bisschen daran, dass Melinda Gates sich durchgesetzt hat in einer Welt, in der es für Frauen schwer war und ist. In der Welt der Technik und der Computer. Sie wissen alle, dass Melinda Gates bei Microsoft wichtige Managementaufgaben hatte. Aber was genau? Vielleicht erinnern sich einige von Ihnen noch an Karl Klammer. Karl Klammer war eine animierte Büroklammer, die früher in den Office-Programmen Hilfevorschläge machte. Also ein Vorläufer von Cortana und Siri, den automatischen Assistentinnen auf heutigen Computern und Smartphones. Angeblich - ich weiß nicht, ob die Geschichte stimmt - hat Melinda Gates Karl Klammer erfunden. Obwohl Karl Klammer ganz schön nervig sein konnte, möchte ich diese Geschichte gern glauben. Denn sie steht dafür, dass Computer und Software für Menschen gemacht werden und von Menschen verstanden werden müssen. Und dass es oft eher die Frauen als die Männer sind, die diese Nutzerorientierung, diese konkrete Orientierung am Menschen, in die Technik bringen. Ich habe auch gelesen, dass Melinda Gates angefangen hat, sich dafür zu engagieren, dass mehr Frauen technische Berufe ergreifen. Sie hat gesagt: „Dass wir weniger Frauen in diesen Berufen ausbilden, ist nicht gut für die Gesellschaft.“ Das ist völlig richtig.

III.
Melinda Gates wird heute auch dafür ausgezeichnet, dass sie für die Stärkung der Rechte von Frauen und Mädchen eintritt. Das kann der Zugang zu einer Führungsposition in einem Technologieunternehmen in Deutschland oder in den USA sein. Das kann aber auch der Zugang zu Schulbildung und Gesundheitsversorgung in einem Land in Afrika sein. In den ärmeren Ländern vor allem ist die Gates Stiftung aktiv. Eine Geschichte, die Melinda Gates erzählt hat, handelt von einer Begegnung dort. Ein Paar. Die Frau ist schwanger, trägt ein Kind auf dem Rücken und ein großes Bündel Bananen. Der Mann trägt nichts. Aber er hat Schuhe an und die Frau nicht. Wir wissen, dass Frauen und Mädchen die Kraft haben, Wohlstand zu schaffen und ihre Länder voranzubringen. Bei den Vereinten Nationen und in anderen internationalen Organisationen reden wir seit langem darüber. Wir wissen, was dafür nötig ist: ein besserer Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung, Arbeit und Kapital. Aber die Wirklichkeit sieht vielerorts immer noch so aus, dass die Frauen die schweren Lasten tragen und doch weniger Chancen haben.
Liebe Melinda Gates, Sie tun ganz konkret eine ganze Menge, um das zu ändern. Frauen und Kinder stehen im Mittelpunkt Ihres Handelns. Sie investieren in die Ausbildung von Frauen und Mädchen. Sie verhelfen Frauen zu Bildung und unterstützen sie darin, ein Studium abzuschließen. Sie investieren in eine bessere Ernährung, damit weltweit weniger Babys und Kinder an Mangelernährung sterben. Sie investieren, damit auch Menschen mit wenig Einkommen Zugang zu Märkten und Finanzdienstleistungen bekommen.
So wie die Bäuerin in Ruanda, die dank einer Initiative der Gates Stiftung die Bohnen und den Mais, den sie erntet, mittlerweile per Mobiltelefon verkaufen kann. Ein besserer Marktzugang bedeutet oft: ein besserer Preis, weniger Armut, mehr Selbstbestimmung. Selbstbestimmung fängt allerdings nicht erst bei der Ernte an, sondern schon beim eigenen Leben, beim eigenen Körper. Melinda Gates hilft mit ihrer Stiftung, dass Frauen selbst entscheiden können, ob sie ein Kind - oder ein weiteres Kind - wollen oder nicht. Die Stiftung hat sich vorgenommen, bis 2020 120 Millionen Frauen und Mädchen in den ärmsten Ländern der Welt Zugang zu Informationen über Verhütung und zu Verhütungsmitteln zu verschaffen. Das Ziel ist nicht, Kinder zu verhindern. Das Ziel ist, den Frauen die Möglichkeit zu geben, selbst über ihr Leben zu entscheiden.
Liebe Melinda Gates, danke für Ihre Initiativen, danke für Ihr Engagement für die Frauen und Mädchen der Welt!

IV.
Frauen und Mädchen können Wachstum und Wohlstand schaffen. Frauen können auch Frieden stiften. Im Fernsehen sehen wir viel zu oft die Männer, die Krieg führen: Soldaten, Milizen und Terroristen. Die Frauen, die mit ihren Kindern vor Luftangriffen und Vergewaltigung fliehen, sehen wir selten. Frauen, die an Friedensverhandlungen beteiligt sind, sehen wir noch seltener. Aber es gibt sie. Die Sicherheitsrats-Resolution 1325 verlangt, Frauen und Mädchen in Kriegsgebieten besonders zu schützen und sie verstärkt an der Prävention von Gewalt und am Wiederaufbau nach Konflikten zu beteiligen. Die weltweite Umsetzung dieser Resolution steht noch aus - leider. Frieden ist der Traum von Millionen Frauen und Männern auf der ganzen Welt. Frieden war auch der Traum von Otto Hahn. Otto Hahn wusste um die Bedrohungen des Weltfriedens durch die Atomenergie. Schließlich hatte er die Kernspaltung selbst entdeckt. Nach dem Krieg wurde er nicht müde, sich für Frieden und Völkerverständigung einzusetzen. Er hielt das für eine Pflicht der gesamten Menschheit und aller Regierungen. Otto Hahn ist damit ein Vorbild, auch heute noch. Gerade in diesen Zeiten!

V.
Dieser Überzeugung ist die Otto Hahn-Friedensmedaille gewidmet. Sie wird an Menschen verliehen, die sich besonders um den Frieden und um die Verständigung zwischen den Völkern verdient gemacht haben. Ich finde es gut, dass es diese Medaille gibt. Ich danke dem Landesverband Berlin-Brandenburg der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, dass Sie diese Medaille immer wieder vergeben und damit auf Persönlichkeiten aufmerksam machen, die Vorbilder sind für den Frieden, wie Otto Hahn. Ich finde es gut, dass diese Veranstaltung Menschen aus der ganzen Welt zusammenbringt; denn Frieden gibt es nur, wenn die Menschen auf der ganzen Welt sich einig werden und gemeinsam handeln.

VI.
Liebe Melinda Gates,
Sie sind die würdigste Preisträgerin, die ich mir vorstellen kann. Was wäre wenn? ist die Frage, die sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung stellen. Es sind Fragen, die man sich heute kaum traut zu stellen, weil die Wirklichkeit so weit davon entfernt ist. Was wäre, wenn kein Kind auf der Welt mehr an Polio erkranken würde? Für die Antwort auf diese Frage hat sich eine weltweite Initiative jahrzehntelang engagiert. Die Gates Stiftung ist irgendwann eingestiegen. Nun ist es nicht so, dass eine Stiftung und viel Geld ein Wundermittel gegen hartnäckige Krankheiten ist. Melinda Gates und ihre Stiftung wissen es besser. Sie setzen auf Partner in den Ländern, um die es geht. Um Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Sie arbeiten unbürokratisch und wirkungsorientiert. Gegen hartnäckige Weltprobleme hilft nur hartnäckiges, geduldiges Engagement. Immerhin: 2016 wurde erstmals in ganz Afrika ein Jahr lang kein einziges Kind durch Polio gelähmt. Jetzt sind die letzten Länder dran, in denen die Krankheit noch verbreitet ist. Was wäre wenn - das Ziel ist zum Greifen nahe. In der gleichen Weise hat die Gates Stiftung den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria großzügig gefördert. Durch den Fonds ist es gelungen, in vielen Ländern Ärzte auszubilden, Medikamente bereitzustellen und Millionen Menschen das Leben zu retten. Und um das Problem an der Wurzel zu packen, legt die Stiftung einen besonderen Schwerpunkt auf die Verbesserung der Impfungen, auf neue Impfstoffe und deren Verbreitung.

VI.
Was wäre wenn - es wirklich Frieden gäbe auf der Welt? Ist es vermessen oder naiv, diese Frage zu stellen? Oder ist es nicht eine der wichtigsten Fragen der Menschheit, die wir immer und immer wieder stellen müssen? Wenn mich etwas optimistisch macht an dieser Frage, dann das Wissen darum, dass es Menschen gibt wie Melinda Gates, die sich mit ganzem Herzen für eine bessere Welt einsetzen. Es wird nur dann Frieden geben auf der Welt, wenn sich viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern mit all ihrer Kraft und ihrem Geld für ganz konkrete Verbesserungen einsetzen: für Gesundheit, für Bildung, für Frauen, für die Wirtschaft, gegen Gewalt und für Versöhnung. Menschen wie Melinda Gates.

Liebe Melinda Gates,
bleiben Sie die ungeduldige Optimistin, die unsere Welt immer besser machen will! Zeigen Sie uns auf, was möglich ist! Sie sind ein Vorbild und eine Mutmacherin! Und bitte sehen Sie es mir nach, dass ich nicht bis zu Ihrer Festrede bleiben kann. Ich bedauere das sehr.
Herzlichen Glückwunsch zur Otto Hahn-Friedensmedaille!

Melinda Gates Melinda Gates / Foto Stephanie von Becker

Dear Minister Schwesig, Mr. Dietrich Hahn, Mayor of Berlin, Members of the national & state Parliament, Council of Elders, Ambassadors, Ladies and Gentlemen.

I am so honored to receive the Otto Hahn medal. Otto Hahn faced the two biggest moral challenges of the 20th century at close range—the Holocaust and the threat of nuclear war. And he always acted according to an abiding love of humanity and a conviction that the future could be better.

I am guided by similar principles today.

Bill and I created our foundation for one reason: we believe that all lives have equal value. In an equitable world, all children, everywhere, have the same chance to lead a healthy, happy, and productive life.

Unfortunately, that wasn’t the world we found 20 years ago, and it isn’t the world we live in now. A baby born in Africa is 20 times more likely to die before their fifth birthday than a baby born in Germany. And here in Germany, a girl will earn 20 percent less than a boy, and she’ll do 50,000 more hours of unpaid work in her lifetime.

We cannot accept these inequities.

So Bill and I are taking most of what we have—and we know our success was possible only because we were fortunate to be born when we were, and where we were—and we are investing it to create opportunities for people who currently lack them. We’re investing in the future.

I do this work because I have faith in people—because I believe that a child with a chance is the most powerful force for change in the world.

Change can be unsettling. Consider current events. Refugees from war and famine around the world are looking for safer places to live, and more than a million have come here, to Germany. Meanwhile, the future of international collaboration has been thrown into question by the UK’s vote to leave the EU. In my own country, many people are trying to make sense of the presidential election.

Change is inevitable. But maybe one of the lessons of Otto Hahn’s life is that change isn’t just about disruption; it also leaves room to create something better, if we are wise enough to see the opportunity and bold enough to take advantage of it.

I am an optimist. I believe we will create something better. I am also an empiricist. I believe we will do it because the evidence proves that we are actually already beginning to do it, especially when it comes to closing the gap between rich and poor countries.

Let me go back to child survival. The disparity between the developed and developing world is wide, but it used to be wider. Much wider. In 2000, an African baby was not 20 times, but 38 times, more likely to die than a German baby. Another way to say it is: in that past two decades, the rate of death among African children has been cut almost in half.

In fact, the brilliant Swedish global health advocate, and my friend, Hans Rosling, who died this year, taught me that we’re moving away from a binary world in which one set of countries is considered rich and another set is considered poor. Forty percent of the global population lives in emerging economies like Brazil, India, and China. Africa isn’t yet as prosperous as other continents, but recent economic growth there has been extraordinary. About half of the countries on the continent are now considered middle income by the World Bank.

So much of the credit for this progress belongs to the citizens and the leaders of Germany. While other major donors have cut foreign aid, Germany is giving more. You are now the second largest donor in the world.

I can’t think of a major development program to which Germany isn’t a key contributor:

  • The Global Vaccine Alliance, which has pushed immunization rates higher than ever before.
  • The Global Fund, which is turning the tide against AIDS, tuberculosis, and malaria.
  • The Polio Eradication Initiative, which has brought the world to the verge of eliminating a dread disease.

Your commitment isn’t just measured in money. German citizens consistently register more approval for foreign aid than citizens in any other country. You believe in this work, and I am happy to report that your investment is paying off.

Your government is also providing global leadership. As hosts of the G20 this year, you are putting Africa on top of the agenda. And when Germany hosted the G7 Summit two years ago, you prioritized development issues. In those meetings, you highlighted one cause that’s especially important to me: gender equity.

When I travel and talk to women in poor countries, I see the essential role they are playing in building the future. Women are the ones who seek medical care, buy and cook food, and focus on education. So when children survive, when children grow up healthy and strong, when children succeed in school—they do so because women insisted on it.

With luck, they have loving, cooperative husbands who also believe in these priorities and help them carry the load. But many times they’re not so lucky.

This is why the empowerment of women and girls is my primary focus. There is no other investment that will do more to create the equitable, prosperous world we aspire to—in poor countries, in rich countries, everywhere.

Right now, in every single country in the world, women carry extra burdens. They face unique barriers that block their progress. They are constrained by expectations that have existed for centuries.

The precise nature of these obstacles differs depending on where you are. In some countries, women spend hours carrying water, cooking, and cleaning, just to keep their households going. In others, they may spend those hours working in an office for a salary that’s not quite as high as their male colleagues’, only to find that they’re still expected to do most of the unpaid work at home.

Just imagine what would happen if billions, literally billions, of women and girls cast off these burdens, pushed these barriers aside, and defied these expectations.

This goes back to my faith in people: We are placing limits on half of the people in the world. It is a terrible waste of talent, and as soon as we focus on harnessing it instead of stifling it, the world will never be the same.

I spend a lot of time talking to women in villages and slums around the world. No matter what questions I ask them, if I listen long enough, these women always bring the conversation back to one topic: they want to be able to get contraceptives.

For them, contraceptives are a matter of life and death. If they can plan their family, if they can space their pregnancies safely, they have hope for health, happiness, and prosperity. A young woman I met in Kenya named Marianne summed up conversations I heard around the world perfectly. She was holding her beautiful baby in her arms, and she told me, “I want to bring every good thing to my child before I have another.”

I heard over and over again that contraceptives mattered so much to the people I wanted to help. And I knew they had mattered to me. So I decided to make sure family planning was on the top of the global agenda where it belonged.

That’s why I came to Berlin five years ago to give a speech announcing that I would start pulling the global health community together around this priority. I said I would spend the rest of my life, if necessary, to make sure that every single woman in the world can decide if and when to get pregnant. Today, 300 million can decide—that’s more than ever before. At the same time, 225 million women still can’t decide.

Until all women can take contraceptives for granted like you and me, I will never go anywhere without mentioning how something as simple as a pill or an injection or an implant can empower millions of families to reshape the future.

Often, I reflect on the differences between the society my mother grew up in and the society my daughters are about to enter. And I marvel at how much has changed in the course of my lifetime.

In my opinion, my daughters are brilliant, but so is my mother. The difference is, my daughters live in a world that is more willing to accept what they have to give. It’s still not equal. My daughters still have to fight harder than their brother. But, because of the work and sacrifices of women who went before them, they have a freedom to dream that my mother never did.

This is great news for my daughters.

It’s also great news for the world, because I know how much potential they have. I know their hearts and their minds—and I know they’ll do something extraordinary to transform society.

Those of you who have daughters know what I’m talking about—that certainly they’re made of something special. If you just multiply your feeling for your daughters by all 1 billion girls in the world, you get some sense of what the stakes are.

If we hope to nurture a world that is as amazing as it can be, then we must have gender equity. In Africa. In Germany. In the United States. Everywhere.

We are all greater when we are all equal.

Thank you again for this amazing award.

Presse

Pressefotografen fotografieren Melinda Gates die Fotografen bei der Arbeit

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR DIE VEREINTEN NATIONEN


Landesverband Berlin-Brandenburg e.V.
Pressemitteilung
Berlin, 04. Mai 2017
Otto-Hahn-Friedensmedaille für Melinda Gates

Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN), Landesverband Berlin-Brandenburg, verleiht am 25. Mai 2017 die Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold an die Philanthropin und Mitgründerin der Bill & Melinda Gates-Stiftung für globale Entwicklung und globale Gesundheit Melinda Gates.

Berlin. Das Kuratorium der DGVN Berlin-Brandenburg hat Melinda Gates zur fünfzehnten Preisträgerin der Otto-Hahn-Friedensmedaille gewählt. Die Mitgründerin der Bill & Melinda Gates-Stiftung wird für ihr herausragendes Engagement hinsichtlich der globalen Gesundheit, Bildung und Entwicklung am 25. Mai 2017 im Roten Rathaus in Berlin ausgezeichnet, teilte der Landesverband in Berlin mit.
Dr. Lutz-Peter Gollnisch, Vorsitzender der DGVN, Lv. Berlin-Brandenburg e.V. erklärt, Frau Melinda Gates wird die Berliner Friedensmedaille insbesondere für ihren beispielhaften Beitrag zum Kampf gegen Armut und für eine bessere Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern verliehen. Darüber hinaus möchten wir Frau Gates für ihre Ambitionen hinsichtlich der Stärkung der Rechte für Frauen und Mädchen ehren, sowie ihre Demokratisierungsbestrebungen auszeichnen. Die Otto-Hahn-Friedensmedaille wurde zum Gedenken an das friedenspolitische und humanitäre Engagement des Kernchemikers, Nobelpreisträgers und Ehrenbürgers des Landes und der Stadt Berlin, Professor Dr. Dr. h.c. mult. Otto Hahn, von seinem Enkel Dietrich Hahn gestiftet.
Melinda Gates erhält die Medaille aus den Händen des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller. Die Laudatio hält die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen. Die Otto-Hahn Friedensmedaille wird seit 1988 in Berlin verliehen. Frühere Preisträger waren Sandro Pertini, Michail Gorbatschow, Simon Wiesenthal, Sir Karl Popper, Hans Koschnick, Lord Yehudi Menuhin, Gerd Ruge, Miriam Makeba, Mary Robinson, Muhammad Ali, Hans Küng, Daniel Barenboim, Tadatoshi Akiba und Manfred Nowak.

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Weitere Informationen unter www.dgvn.berlin

Bei Rückfragen: 030 / 26 19 119 oder 0176 / 802 17 563 (Madelaine Schulze) oder info@dgvn.berlin.de

Galerie

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Vergangene Preisträger

  • 1988 - Sandro Pertini
  • 1989 - Michail Gorbatschow
  • 1991 - Simon Wiesenthal
  • 1993 - Sir Karl Popper
  • 1995 - Hans Koschnik
  • 1997 - Lord Yehudi Menuhin
  • 1999 - Gerd Ruge
  • 2001 - Miriam Makeba
  • 2003 - Mary Robinson
  • 2005 - Muhammad Ali
  • 2008 - Hans Küng
  • 2010 - Daniel Barenboim[1]
  • 2012 - Tadatoshi Akiba[2]
  • 2014 - Prof. Manfred Nowak
  • 2016 - Melinda Gates[3]

[1] Die Verleihung fand aufgrund des Tourneekalenders des Preisträgers nachträglich in 2011 statt. [2]Die Verleihung fand aufgrund der Absage des Laudators nachträglich in 2013 statt.[3] Die Verleihung fand aufgrund des Terminkalenders der Preisträgerin im Mai 2017 statt.